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Freiräume zum Glück

Vorführung eines physikalischen Experiments

Die "Rostocker Stadtphysikanten" zeigen, dass Physik der Knaller ist.

Mit viel Platz für neue Ideen macht das Studium gleich doppelt Spaß – vor allem wenn das Drumherum stimmt. Michael Lüdtke traf Jungakademiker entlang der Ostseeküste.

"Greifswald ist mein Glücksbringer." Hicham Benkhai denkt kurz über seine Worte nach und lächelt: "Ja, stimmt." Vor achteinhalb Jahren kam der junge Marokkaner in die traditionsreiche Hanse- und Universitätsstadt, um Humanbiologie zu studieren. Greifswald – der Ort, von dem viele sagen, es sei eine Universität mit Stadt drumherum – war seine erste Wahl.

Dass Hicham hier auch sein persönliches Glück finden würde, wagte er damals nicht zu hoffen. Durch die Entscheidung lernte er nicht nur viele gute Freunde kennen, sondern auch seine Ehefrau Liu. Sie kam für ihr Pharmaziestudium aus China nach Greifswald. Darüber hinaus hat der junge Wissenschaftler seine Leidenschaft zum Beruf gemacht: Forschung. Zum einen forscht Benkhai für das von Prof. Dr. Axel Kramer geleitete Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Ernst-Moritz-Arndt-Universität. Für seine Doktorarbeit entwickelt Hicham ein Implantat, das mit antibakteriellen Wirkstoffen beschichtet ist. Es soll bei Knochenbrüchen eingesetzt werden und Komplikationen verhindern. Sein zweites Projekt heißt "Flex4Work". Hier wird ermittelt, wie sich Zeitarbeit auf die Gesundheit von Arbeitnehmern der Metall- und Elektroindustrie auswirkt. Hichams Arbeitsgruppe erprobt eine Methode, mit der sich Arbeitsstress über Speichelproben messen lässt.

Für ein ganz anderes Glücksempfinden sorge vor allem, an spannenden Forschungsprojekten beteiligt zu sein, so der Nachwuchswissenschaftler. Und das mache Greifswald eben zu einem Glücksbringer für ihn.

"Die Stadt hat mich von Anfang an für sich eingenommen. Die Größe, die Menschen, die Uni", schwärmt Hicham Benkhai.

Kein Wunder: Greifswalds junges Flair wird geprägt durch 12.000 Studierende sowie 5.000 Mitarbeiter der Uni und vieler anderer Wissenschaftseinrichtungen, die Motor der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung sind.

Kreative Ideen für Wismar

Die strategische Partnerschaft zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ist auch rund 140 Kilometer westlich, in Wismar, ein wichtiger Bestandteil des Studiums. Hier hatte das Robert-Schmidt-Institut der Unternehmerischen Hochschule Wismar vor 4 Jahren eine Idee: Es wollte die Kreativität der Studierenden nutzen, um die Hochschule mit der Stadt und der Wirtschaft enger zu verzahnen. Dieses Projekt wurde auf den Namen "Ideenregatta" getauft.

Regina Krause betont, die Ideenregatta sei auch eine Möglichkeit, "Studierenden die berufliche Selbstständigkeit als Alternative aufzuzeigen: Statt nach Studienende abzuwandern, können wir sie so im Land verwurzeln."

Interessierte können sich direkt beim Robert-Schmidt-Institut bewerben. Mittels eines Auswahlverfahrens werden dann die kreativsten Köpfe ausgesucht. Dabei handelt es sich um Studierende aus allen drei Fakultäten der Hochschule Wismar. Ein Wochenende lang arbeiten sie, meist in einem idyllisch gelegenen Hotel, in interdisziplinären Teams an Projekten mit Zukunftspotential. Ein prämiertes Projekt wurde von Johannes Unterricker mit entwickelt. Der Einfall des unverkennbar aus Schwaben stammenden jungen Mannes:

"Studenten gehen als Schüler-Alumni in die Schulen, um die Schüler für ein Studium zu begeistern."

An der Umsetzung des Projektes über Wismars Grenzen hinaus wird derzeit gearbeitet. Breite Unterstützung auf diesem Weg gibt es auch von der Wirtschaft und der Politik, die z. B. Juroren der Ideenregatta sind und bereits die Umsetzung erster Konzepte finanziell begleitet haben.

Familiärer Teamgeist in Stralsund

Auch in Stralsund entwickeln Christina Wegner und Andreas Ahlfeldt Ideen, die der Förderung der Region dienen, Urlauber locken und gleichzeitig tolle Studienmöglichkeiten bietet. Die frisch gebackenen Absolventen der Fachhochschule Stralsund sind dort inzwischen Mitarbeiter ihres ehemaligen Professors. Der Betriebswirtschaftler Prof. Dr. Michael Klotz lehrt im Bereich Organisation, Informationsmanagement und Datenverarbeitung. Sein Schwerpunkt ist aber das von ihm vor vier Jahren gegründete "Stralsund Information Management Team", kurz SIMAT. Bekannt geworden ist es durch das zeitgleich begonnene EU-Projekt "BalticMuseums 2.0". Die Idee von Prof. Klotz: mehrere Meeresmuseen zu bündeln und per Internet Interessierte aus aller Welt anzusprechen.

"Schnell lernt man sich da untereinander kennen", sagt Christina. "Auch die Profs", ergänzt Andreas.

An der FH Stralsund studierte Christina Wirtschaftsinformatik und Andreas Freizeit und Tourismus Management. Ein klarer Vorteil ist dabei die Arbeit in Kleingruppen. In ihrem Falle führte die familiäre Atmosphäre zu einem Arbeitsplatz. Nach der Arbeit geht’s zum Angeln an den nahen Strelasund.

"Im Folgeprojekt, 'BalticMuseums 2.0 Plus', führen wir in den Museen sogenannte E-Guides ein", erzählt Andreas.

Diese Geräte umfassen Bild-, Ton- und Textmaterial. Sie liefern genau dann Informationen, wenn man vor einem Exponat steht. Das funktioniert unabhängig vom Rundgang, den der Besucher wählt, und dessen Dauer.

Wissenschaft mit Witz in Rostock

Eigene Auftritte zu gestalten, das macht dem Rostocker Physikstudenten Marco Schröter und seinen Mitstreitern Spaß. Wobei für viele Spaß und Physik schwer zusammenpassen. Doch Schröter und knapp ein Dutzend Kommilitonen haben den idealen Weg gefunden, beides in Einklang zu bringen. "Rostocker Stadtphysikanten" heißt ihre Truppe. Der Name lässt bereits schmunzeln, ihr Programm trainiert die Lachmuskeln. Ganz nebenbei wird mit viel Puffen und Knallen demonstriert, was die Welt zusammenhält: Physik natürlich.

Seine Wurzeln hat das Studentenprojekt in den Schauvorlesungen, mit denen das Institut für Physik physikalische Phänomene für ein breites Publikum verständlich macht. Eines Tages verwoben findige Physikstudenten die verschiedenen Experimente mit einer klamaukhaften Handlung. Die "Rostocker Stadtphysikanten" waren geboren.

Das aktuelle Stück heißt "Die Simpsons". "Es geht dabei um die berühmte Comic-Familie, die durch den Bau einer Universität in einen Konflikt zwischen Gegnern und Befürwortern hineingerissen wird", erzählt Marco, der im vierten Semester studiert. Wie die Profs das finden? "Die meisten sind Fans und bringen ihre Familien zu unseren Auftritten mit." Wie die "Original-Simpsons" zu einem Fernseh-Dauerbrenner wurden, werden auch die "Rostocker Stadtphysikanten" noch lange für Lacher sorgen. Ein sympathischer Beleg für den Einfallsreichtum der Hochschulen in MV sind sie allemal.

Drei Personen springen in die Luft

Das Team der Ideenregatta: Uwe Lehmann, Kathleen Höper und Souleiname Brahim (v. l.)nutzen Freiraum für Kreativität.

Hicham Benkhai spielt Fussball am Strand

Hicham Benkhai erforschtArbeitsstress und liebt Fußball.

Christina Wegner beim Angeln und Andreas Ahlfeld an einem Fenster mit Schrift

Christina Wegner und Andreas Ahlfeldt unterstützen Meeresmuseen entlang der Ostsee

Foto Michael Klotz

Prof. Dr. Michael Klotz

Zum Autor:

Michael Lüdtke ist Geschäftsführer des Wissenschaftsmarketing-Vereins [Rostock denkt 365°] und zudem Wissenschaftskoordinator des Departments »Wissen – Kultur – Transformation« der Interdisziplinären Fakultät der Universität Rostock. Dort hat er Politikwissenschaften studiert und war Mitglied des AStA. Bereits vor, während und nach seinem Studium arbeitete er als Journalist für diverse Medien.

Auf nach MV!

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Alle Studiengänge auf einen Blick

Ganze 328 Studiengänge haben die Hochschulen in MV zu bieten.

10 gute Gründe

Einmalige Studiengänge, eine erstklassige Aus­stat­tung und ge­ball­tes Know-How sind nur drei gu­te Grün­de, in MV zu stu­die­ren.